Ratgeber zum Arbeitslosengeld 1

Wer in Deutschland arbeitslos wird, und aus seiner sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt und die Anwartschaftszeiten erfüllt hat, erhält Arbeitslosengeld (ALG I) von der Agentur für Arbeit nach dem Dritten Sozialgesetzbuch (SGB III). Damit ist das Arbeitslosengeld keine Sozialleistung im herkömmlichen Sinne, sondern vielmehr eine Versicherungsleistung aus der Arbeitslosenversicherung, die man sich während der aktiven Beschäftigungszeit erarbeitet hat.

Arbeitslosmeldung und Anspruch

Die erste Voraussetzung für das Arbeitslosengeld ist die tatsächliche Arbeitslosigkeit und die damit verbundene, persönliche Arbeitslosmeldung bei der zuständigen Arbeitsagentur. Diese muss unverzüglich nach einer Kündigung, spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit vorliegen. Bei einem befristeten Arbeitsverhältnis muss sie bereits drei Monate vor Auslaufen des Arbeitsvertrages abgegeben werden. Erfolgt die Arbeitslosmeldung nicht rechtzeitig, so drohen Sperrzeiten beim Bezug von Arbeitslosengeld, so dass der Antragsteller mit Leistungskürzungen zu rechnen hat.
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Die Höhe einer Abfindung kann im Arbeitsvertrag geregelt werden

Anwartschaftszeit

Neben den Voraussetzungen der Arbeitslosigkeit und der persönlichen Meldung bei der Agentur für Arbeit, muss auch die sog. Anwartschaftszeit erfüllt sein, um Arbeitslosengeld erhalten zu können. Anwartschaftszeit bedeutet, dass in den letzten 2 Jahren vor der Arbeitslosmeldung (Rahmenfrist), mindestens 12 Monate lang in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt werden musste. Diese Rahmenfrist kann aber auch von 2 auf 5 Jahre verlängert werden, wenn Übergangsgeld von einem Rehabilitationsträger bezogen wurde. Gleichzeitig hat die Dauer der Erfüllung der Anwartschaftszeit erheblichen Einfluss auf die Bezugsdauer des ALG.

Darüber hinaus gibt es auch die “kurze Anwartschaftszeit”, wenn der Arbeitslose die Voraussetzungen für die normale Anwartschaftszeit in den letzten 2 Jahren vor der Arbeitslosmeldung nicht erfüllen kann. Diese ist an verschiedene Voraussetzungen gebunden und bis zum 01.08.2012 befristet.
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Höhe des Arbeitslosengeldes

Die Höhe des Arbeitslosengeldes richtet sich nach verschiedenen Faktoren, darunter der Höhe des vorher bezogenen Gehalts und dem eventuellen Vorhandensein von Kindern mit einem Kindergeldanspruch. Aus dem Bruttoeinkommen wird unter Berücksichtigung der sozialversicherung- und steuerrechtlichen Vorschriften das Nettoeinkommen ermittelt, das sog. tägliche Leistungsentgelt. Hiervon erhält der anspruchsberechtigte Arbeitslose 60%, sofern Kinder mit einem Kindergeldanspruch vorhanden sind, 67% als Arbeitslosengeld ausgezahlt.

Bezieher von Arbeitslosengeld haben zusätzlich die Möglichkeit, Wohngeld zu beantragen, falls die Arbeitslosengeldleistungen nicht ausreichen würden. Hier unterscheidet sich der Bezug des ALG von anderen Leistungen nach dem SGB, denn die Leistungen stehen einem Wohngeldanspruch nicht entgegen.
Höhe und Berechnung des ALG »
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Anrechnung von Einkommen und Vermögen

Da es sich beim Arbeitslosengeld um eine Versicherungsleistung aus der Arbeitslosenversicherung handelt, wird das eigene Vermögen nicht berücksichtigt. Das Arbeitslosengeld wird also unabhängig vom eigenen Ersparten geleistet. Auch ein Hinzuverdienst zum ALG ist möglich, dieser beträgt bei einer Erwerbstätigkeit während der Arbeitslosigkeit 165 Euro monatlich, die anrechnungsfrei dazuverdient werden können.
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Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I

Die Zeit, während derer Arbeitslosengeld bezogen werden kann, ist beschränkt. Bei Erfüllung der Regelanwartschaftszeit von 12 Monaten in den letzten 2 Jahren beträgt die Bezugsdauer 6 Monate, bei einer Beschäftigungszeit von 24 Monaten wird das ALG für 12 Monate ausgezahlt. Je nach Alter des Antragstellers und der Beschäftigungszeit beträgt die längste Bezugsdauer 24 Monate, für die Arbeitslosengeld gezahlt wird.

Findet der Arbeitslose während dieser Bezugszeit keine neue Beschäftigung, bekommt er statt des Arbeitslosengeldes der Arbeitslosenversicherung das Arbeitslosengeld II, welches auch unter dem Begriff “Hartz IV” bekannt ist.
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Arbeitslosengeld II

Arbeitslosengeld II (ALG II) ist seit einigen Jahren auch als „Hartz IV“ bekannt, da es durch das Hartz-IV-Gesetz eingeführt wurde, welches die frühere Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zusammenfasst. Arbeitslosengeld II wird in der Regel dann gewährt, wenn der Arbeitslose keinen Anspruch mehr auf Arbeitslosengeld I hat, weil die Bezugsdauer abgelaufen ist; ALG II kann aber auch beantragt werden, wenn das Einkommen oder das Arbeitslosengeld I so gering ausfallen, dass sie die Grundbedürfnisse nicht decken. In diesen Fällen kann das Arbeitslosengeld II zusätzlich bezogen werden.

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