Erstattung von Bewerbungskosten beim Arbeitslosengeld

Die Agentur für Arbeit kann Beziehern von Arbeitslosengeld – und übrigens auch Arbeitssuchenden – bei ihren Bemühungen um einen neuen Arbeitsplatz finanziell unterstützen. Das bedeutet, dass die Kosten für Bewerbungen und Reisen erstattet werden, falls diese Kosten nicht vom Arbeitgeber übernommen werden.
Kosten für die Erstellung und das Verschicken von Bewerbungsunterlagen werden von der Agentur für Arbeit bis zu einer Höhe von 260 Euro pro Jahr erstattet. Dies kann entweder nach tatsächlichen Kosten (Belege, Quittungen) oder pauschal mit je 5 Euro pro Bewerbung erstattet werden (§ 3 UBV-AnO).

Reisekosten zu Bewerbungs- bzw. Vorstellungsgesprächen

Bei den Reisekosten für Fahrten zu Vorstellungsgesprächen, Terminen der Berufsberatung und Vermittlung werden nur die berücksichtigungsfähigen Fahrtkosten, also nur die tatsächlich entstandenen Kosten für diese spezielle Fahrt, übernommen. Bei mehrtägigen Reisen werden auch Übernachtungskosten berücksichtigt und gegebenenfalls ein Tagegeld (aktuell 16 Euro bei ganztägiger Abwesenheit, jeweils 8 Euro für den Tag der An- und der Abreise) gezahlt. Die Belege über die Reisekosten – also eventuelle Tankquittungen, Zugfahrkarten, Hotelrechnungen usw. – sind dem Antrag auf Erstattung immer beizulegen.

Soweit möglich, sollte die Erstattung der Reisekosten schon im Voraus zumindest telefonisch beantragt werden. Außerdem zahlt die Agentur für Arbeit die Kosten nur, soweit der Arbeitgeber die Kosten nicht übernimmt, wonach er nach § 670 BGB verpflichtet ist. Um sich von dieser Verpflichtung freizumachen, weisen die meisten Arbeitgeber schon bei der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch darauf hin, dass sie keine Kosten übernehmen.

Antrag auf Erstattung der Bewerbungskosten

Um sich die Bewerbungskosten vom Arbeitsamt respektive der Agentur für Arbeit erstatten zu lassen, bedarf es eines Antrags. Optimal ist das persönliche Vorstellen beim zuständigen Sachbearbeiter, da hier dem Bewerber gleich ein mit Datum abgestempelter Antrag mitgegeben wird. Erfolgt die telefonische Antragstellung, so geht der vom Sachbearbeiter datierte Antrag auf dem Postweg zu.

Wichtig: Bewerbungskosten werden nicht rückwirkend vom Arbeitsamt erstattet. Dies bedeutet, dass zunächst der Antrag auf die Erstattung der Bewerbungskosten gestellt wird, das Datum auf dem Antrag ist entscheidend.

Download des Antrags auf Erstattung der Bewerbungskosten

Einen Antrag auf Erstattung der Bewerbungskosten durch die Agentur für Arbeit wird man im Internet zum Download vergebens suchen, da dieser eben mit einem Stempel durch den Sachbearbeiter versehen werden muss. Damit bleibt nur ein persönlicher Gang zur Agentur für Arbeit oder die telefonische Anmeldung mit anschließender Postsendung, um sich die Bewerbungskosten mit dem Nachweis der Eigenbemühungen erstatten zu lassen.

Aufbau des Antrags – Nachweis von Eigenbemühungen

Der Erstattungsantrag zu den Bewerbungskosten ist relativ simple aufgebaut. Es gilt folgende Angaben zu machen:

Datum Hier wird das Bewerbungsdatum eingetragen
Firma (Anschrift, Telefon) Unternehmen, bei dem man sich beworben hat, mit vollständigen Angaben zu Kontaktmöglichkeiten
Ansprechpartner Ansprechpartner, an den die Bewerbung gerichtet gewesen ist
Tätigkeit/ Funktion/ Berufsbezeichnung Bezeichnung, für welche Stellenausschreibung/ Tätigkeit man sich beworben hat
Art der Bewerbung Auf welchem Wege erfolgte die Bewerbung, zu unterscheiden ist:

  1. persönliche Vorstellung
  2. schriftliche Bewerbung
  3. telefonisch
  4. online (z.B. Bewerbungsformular)
  5. EMail
Ergebnis In diesem Feld ist zu vermerken, welchen Lauf die Bewerbung zum Zeitpunkt des Erstattungsantrags hat. Hier können folgende Eintragungen vorgenommen werden:

  1. noch offen
  2. abgelehnt
  3. Tätigkeit aufgenommen
Vermerke der Agentur für Arbeit Dieses Feld ist ausschließlich für den Sachbearbeiter der Agentur für Arbeit vorgesehen, der selbst Eintragungen bzw. Kontrollvermerke machen kann

Vollständige Angaben im Antrag machen

Im Antrag auf die Erstattung der Bewerbungskosten durch die Agentur für Arbeit sollten nur ausschließlich vollständige und nachvollziehbare Angaben gemacht werden, damit es bei der späteren Erstattung keine Komplikationen oder zeitraubende Nachfragen gibt. Grundsätzlich sollten als Kopie alle Anschreiben dem Antrag beigefügt werden, sind Antwortschreiben bereits eingegangen, müssen diese als Nachweis auch mit beigelegt werden.

Sollte der Platz für die Anzahl der Bewerbungen auf dem Formular der Agentur für Arbeit nicht ausreichen, so kann ein gesondertes Blatt genommen werden, welches dem Original-Antrag als Anlage beigefügt wird.

Wurden die Bewerbungskosten bereits durch den Arbeitgeber, bei dem Sie sich beworben haben (oder andere Stellen) ganz oder teilweise erstattet, ist dies unbedingt im Antrag mit zu vermerken, damit es nicht zu einer Doppelerstattung kommt.

Am Ende werden die Angaben im Antrag mit der persönlichen Unterschrift auf Vollständigkeit und Richtigkeit bestätigt.

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